Was bedeutet Asexualität für mich?

Dies ist keine Definition von Asexualität an sich, sondern ein Text über meine Beziehung zu meiner Asexualität. Eine kurze Erklärung was Asexualität ist, findet sich hier.

Das ist nun das dritte Mal, dass ich meinen ersten, „richtigen“ Blogeintrag beginne zu schreibe. Beim ersten Versuch war ich unzufrieden mit der Unpersönlichkeit meines Textes und den zweiten Versuch habe ich abgebrochen, weil der Text zu persönlich wurde, vielleicht werde ich diesen aber später einmal verwenden.

Was bedeutet Asexualität für mich?

Die Entdeckung des Begriffs Asexualität war für mich, wie ein Licht am Ende des Tunnels. Ich hatte endlich Worte für Gefühle, die ich verdrängt hatte. Ich hab Menschen gefunden, die ähnliches empfinden, wie ich. Und das Wichtige dabei: Die Betonung, dass das was ich empfinde etwas richtiges, etwas gutes ist. Ich hatte in den Tagen danach ein Gefühl von angekommen sein bei mir selber, wie ich es vorher noch nie verspürt hatte. Es war als ob mein angekettetes Selbst sich befreit hatte von der auferzwungenen Heteronormativität, der erdrückenden, übersexualisierten Normativität. Ich hatte endlich eine Möglichkeit(1) gefunden, in der ich mich nicht zwingen musste mich anzupassen; eine Möglichkeit in der ich nicht verkrampft versucht habe anerzogene und gelernte Verhaltensmuster zu wiederholen.

Diese Tage der Entdeckung meiner Asexualität waren, wie der Moment, wenn mensch einen Luftzug in einer dunklen Höhle spürt, in der mensch sich verlaufen hat. Ich bin noch nicht aus der Höhle heraus, aber ich habe den Weg wiedergefunden, den Weg an die Freiheit. Ich habe nun den Mut auch andere Bereiche meiner Persönlichkeit und Identität in Frage zu stellen, denn ich möchte die anerzogene Teile meiner Persönlichkeit ablegen und habe nun die Kraft dies zu Tun und der Mensch zu werden, der ich eigentlich bin und nicht der, den andere in mir sehen.

Meine Beziehung zur Asexualität ist deshalb für mich etwas sehr Bedeutsames, da dies der erste Schritt war auf dem Weg aus der Entfremdung von mir Selbst. Weitere Schritte werden der Auszug aus meinem Elternhaus sein, mein erwähnter Studienwechsel und das Ausleben meiner genderqueerness.

(1) Möglichkeit ist hier nicht gemeint als eine von mehreren Auswahlmöglichkeiten, sondern als die Möglichkeit, die Chance, der Moment, die Art mein Ich und meine Gefühle zu beschreiben und in Worte zu fassen.


Ich hatte ganz vergessen, wie gut es tut über Themen zu schreiben, die mir am Herzen liegen. Alleine für dieses Gefühl des Friedens und des Glücks lohnt es sich diesen Blog weiter zu führen.

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