Möglichkeiten für Umgang mit Mobbing in der Linken(TM) Szene

Seit einigen Tagen und Wochen taucht die Diskussion um Umgang mit Menschen, die andere mobben, immer wieder auf. (Dabei sollte nicht vergessen werden, dass viele mehrfach marginalisierte Menschen, dieses Mobbing schon seit Monaten, Jahren aus der ‚eigenen‘ Szene erleiden). Um einmal kurz zu wiederholen was passiert ist:
Verschiedene Twitter-Accounts (darunter (soweit ich weiß) @SuriPfote, @TheGurkenkaiser, @Orbyt666, sowie @g_rantelhuber) haben andere Menschen systematisch angegriffen und zwar soweit, dass verschiedene Menschen ihre Twitter-Accounts gelöscht haben, da sie die Angriffe nicht mehr ertragen haben. Die Angreifer haben fast die ganze Breite -istisches-Verhalten abgedeckt: (Cis)sexismus, Ableismus, Klassismus, etc. Ein paar Tage später veröffentlichte daraufhin eine Person den Namen und Wohnbezirk von @g_rantelhuber, löschte diesen Tweet doch später wieder. So glaubten die ganzen ‚Mackerantifas‘ eine Berechtigung zu haben für  ihre Angriffe gegen Feminist*innen, gegen Menschen, die nicht der Cis-Norm entsprechen.
Ja, Menschen zu outen ist scheiße, genauso wie sexistisches, autoritäres, klassistisches, etc Verhalten scheiße ist, genauso wie es scheiße ist dieses Verhalten nicht zu reflektieren, genauso wie es scheiße ist diese Arschlöcher zu verteidigen und deren Verhalten zu entschuldigen. Und wenn jetzt Menschen kommen und mir sagen, dass ich ‚ein Spalter‘ sei, dann sage ich ‚Ja, dann bin ich wohl in diesem Fall ein Spalter. Ich spalte mich ab von Menschen, die sexistisch sind. Ich spalte mich ab von Menschen, die klassistisch sind. Ich spalte mich ab von Menschen, die ableistisch/autoritär/faschistisch/nationalistisch/… sind. Wenn du eine Volksfront zusammen mit solchen Menschen organisieren möchtest, dann tu das, aber ich werde nicht dabei sein, ich werde sogar dagegen sein.‘

Aber mir ging es ja darum, wie mit solchen Vorfällen umgegangen wird. Zuerst einmal: meine Maxime  ist es, dass Betroffene so gut wie möglich geschützt vor weiteren Angriffen sind. Zweitens klappt das ganze, was ich vorschlagen möchte, nur, wenn es Menschen gibt, die solidarisch mit der*m Betroffenen*m sind.
Ich möchte das ganze an einem Beispiel erläutern: A verhält sich -istisch gegenüber B. Nach einer ersten spontanen Reaktion von B (ob das eine Ohrfeige ist, eine Beleidigung oder einfach ein Weggehen), sollte es Menschen geben an die B sich wenden kann. Der Vorfall sollte nun einmal aufgeschrieben werden, gleichzeitig sollte B vorschlagen, wie die Situation geändert werden kann, damit sich B sicher fühlen kann. Nun sollte einmal mit A gesprochen werden (ohne B): A sollte erfahren, was ihr*m vorgeworfen wird, wie si*er die Situation erlebt hat und welche Lösung si*er vorschlagen würde.
Nun können verschiedene Szenarien eintreten:
1) A und B haben die gleiche Lösung vorgeschlagen.
2) A und B haben unterschiediche Lösungen vorgeschlagen.
3) A meint, dass si*er keinen Fehler gemacht hat/nicht gemobbt hat.

Bei 1) ist die Situation geklärt.
Bei 2) denke ich, dass B einmal den Lösungsvorschlag von A erfährt, vielleicht ist dieser auch annehmbar. Falls nicht gibt es nun ein Problem, welches die ganze Gruppe zusammen lösen sollte. Falls sich keine Konsens-Lösung finden lässt, ist die einzige Lösung, dass A oder B nicht mehr in das AZ kann/nicht mehr Teil der Gruppe sein kann/… (siehe auch 3) ) Wen von beiden dies betrifft, sollte ohne die beiden besprochen werden!Bei 3) muss dann wohl die Gruppe entscheiden, ob sie das problematische Verhalten toleriert, und wenn nicht, dann sehe ich keine andere Möglichkeit außer A auszuschließen.

Auf Twitter gestaltet sich das ganze nochmal etwas anders, zum einen gibts die Möglichkeit des Blockens zum Selbstschutz und dann als nächste Möglichkeit wohl auch nur das darauf aufmerksam machen. Entweder entscheiden sich dann andere Menschen ebenfalls A zu entfolgen, zu blocken, zu ignorieren oder sie tun das nicht und unterstüzten damit das Verhalten von A.
Was ich aber auf gar keinen Fall richtig finde ist, wenn wer auf Twitter richtig viel Scheiße baut, diese Person dann mit offline-Namen zu outen (deshalb werden oben auch die Twitternamen erwähnt, weil unter diesem Namen andere Menschen angegriffen wurden). Wenn sich jedoch eine Person wiederholt außerhalb des Internet diskriminieren, -istisch verhält, dann habe ich kein Problem damit, wenn vor dieser Person gewarnt wird, nur sollte es dann auch begründet werden, warum diese Warnung öffentlich gemacht wurde.

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