Bash Back! – Queer Liberation trough Revolution

Bash Back! war das queer-insurrektionalistische Netzwerk, welches ich schon im letzten Beitrag erwähnt habe. Es bildete sich 2007 in Chicago und bestand aus lokalen Gruppen in den U.S.A. Beeinflußt und inspiriert war das Netzwerk von insurrektionalistischen Theorien, radikalen queeren Gruppen, wie ACT UP und Gay Shame. Zudem haben sie sich auf den Stonewall-Aufstand in New York und die White-Night-Aufstände in San Francisco berufen.BashBackPhoto
Es gab kein verbindliches politisches Programm, welches Mitglieder*innen unterzeichnen mussten, sondern nur 4 ‚Points of Unity‘:

  1. Kämpft um die Freiheit. Nicht um mehr. Nicht um weniger. Staatliche Anerkennung in der Form repressiver Institutionen, wie Ehe und Militarisierung, sind nicht Stufen zur Befreiung, sondern vielmehr zur heteronormativen Assimilation.
  2. Ablehnung von Kapitalismus, Imperialismus und allen Formen staatlicher Herrschaft.
  3. Aktives Entgegentreten gegenüber jeglicher Unterdrückung innerhalb und ausserhalb der ‚Bewegung‘. Es wird kein unterdrückendes Verhalten toleriert.
  4. Respekt für die Vielfalt von Taktiken im Kampf um Befreiung. Zudem soll keine Aktion nur aus dem Grund verurteilt werden, dass der Staat sie als illegal bezeichnet.

In dem Text Bash Back! is Dead; Bash Back Forever! wird beschrieben, dass die Methode war der Realität erlebter Gewalt gegen queere Jugendlichen und Erwachsenen in Vergangenheit und Gegenwart entgegen zu treten und zwar mit allen nötigen Mitteln.

Queers brauchten einen Wohnort, Selbstverteidungsmöglichkeiten, schöne Dinge und Vergnügen, konsequenterweise besetzten wir Häuser, kollektivierten Waffen, trainierten zusammen, plünderten so viel wie möglich und organisierten Partys, Aufstände und Orgien.

Doch Bash Back! Gruppen waren auch bei größeren Protesten dabei. 2008 umzingelten sie nach einer unangemeldeten Demonstration ein Polizeigebäude, konfrontierten Neo-Nazis, die gegen Milwaukee Pridefest demonstrierten, protestierten gegen Gentrifizierung und Pink Capitalism. Bei der Nationalen Konferenz der Demokratischen Parte der USA demonstrierten sie gegen die trans-exklusive Politik der Human Rights Campaign und organisierten einen queer und trans-Block innerhalb des Black Block, der zum Großteil in Gewahrsam genommen wurde, trotzdem wurde am darauffolgenden Tag ein queeres Kiss-in gegen homofeindliche Konservative durchgeführt. Einen Monat später waren Gruppen auch bei der Nationalen Konferenz der Republikanischen Partei der USA dabei, blockierten länger eine Kreuzung, mussten die jedoch nach einem Angriff von berittenen Polizist*innen räumen, nur um kurz darauf Anhänger der queer-feindlichen Westboro Baptist Church zu konfrontieren. Weitere Aktionen richteten sich wieder gegen die trans-exklusive Politik der Human Rights Campaign, gegen queer-feindliche, christliche Kirchen, sowie gegen die Polizei.

Aufgrund der Struktur von Bash Back! gibt es vieles zu kritisieren an manchen Methoden, auf der ‚offiziellen‘ Website lassen sich auch Texte finden, die zu kritisieren sind. Zudem wurde auch der Insurrektionalismus, und damit auch Bash Back! als insurrektionalistische Gruppe, oft kritisiert. Jedoch war es der Versuch eine Möglichkeit zu finden der Gewalt, die tagtäglich erlebt wird etwas entgegenzusetzen, für sich selbst zu sprechen, Erlebtes offensiv zu verarbeiten und für einander gegen queer-feindliche Menschen einzustehen. 4154007175_080bb67f2e
Ich habe Respekt davor, dass sie einen eigenen Standpunkt sich aufgebaut haben, dass sie sich nicht dem Staat unterworfen haben und die Tradition Stonewalls weiter führen wollten. Es muss nicht jedem Punkt zugestimmt werden, was Bash Back! war und forderte, aber das ist wohl dem geschuldet, dass es kein verbindliches Programm gab für die verschiedenen Gruppen. Auch innerhalb von Bash Back! gab es viele Diskussionen über verschiedene Aktionsmöglichkeiten. Davon kann jedoch gelernt werden und der Kampf um Freiheit weitergeführt werden.

BASH BACK FOREVER

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